Buchvorstellung: Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick


Deadwood-Dick

Schon einmal etwas über Deadwood Dick gehört? Nein? Vielleicht sagt dir dann der Name Nat Love etwas? Auch nicht? Zugegeben, auch ich konnte bisher nichts mit den Namen anfangen, bis mir das Buch „Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick“ vom Klett-Cotta Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde. Bei Deadwood Dick aka Nat Love handelt es sich um einen berühmten afroamerikanischer Cowboy, der unter anderem als Rodeoreiter, Pullman porter und Autor tätig war. Zwar handelt es sich bei dem Deadwood Dick im Buch nicht direkt um Nat Love, allerdings wurde der Autor Joe R. Landsdale für seinen Hauptcharakter im Buch von Nat Love inspiriert.

So habe auch ich mich auf die staubigen Spuren des Deadwood Dicks gemacht und war wirklich positiv überrascht, wie die Lesezeit von über 470 Seiten wie im Fluge vergingen. Doch erst einmal von Anfang an. Die Geschichte beginnt so tragisch und skurril, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Im Übrigen ein Gefühlszustand, der einen immer wieder beim Lesen überkommt. Der junge Willie Jackson sollte für seinen Vater nur ein paar Besorgungen machen, als sein Weg der dicke Hintern von Mrs. Ruggerts kreuzt. Eine weiße Frau, deren Mann Willie blöderweise dabei erwischt, wie dieser wiederum einen Blick auf das beste Stück der Dame wirft. Dies löst eine Kettenreaktion aus, da Mr. Ruggert diese Frechheit überhaupt nicht auf sich sitzen lassen kann und überhaupt einer der nachtragendere Sorte Mensch ist. Als er Willie nicht gleich erwischt, lyncht er zusammen mit den Männern aus dem Dorf kurzerhand Willies Vater und brennt ihr Haus nieder. Doch selbst diese Tat kann den Zorn von Mr. Ruggert nicht stillen und Willie Jackson muss fliehen. Bei einem ehemaligen Soldaten namens Loving findet er kurzzeitig Unterschlupf und bekommt von seiner neuen Vaterfigur allerlei hilfreiche Tipps für das weitere Leben, unter anderem für den Umgang mit Waffen. Und dies ist auch dringend nötig, denn Ruggert spürt ihn wieder auf, sodass die Flucht weitergeht und Willie nun den Namen Nat Love annimmt. Er wird noch allerlei Abenteuer erleben, bis er einen weiteren Namen annimmt, als Deadwood Dick landesweite Aufmerksamkeit bekommt und vom Gejagten schließlich zum Jäger wird.

Man muss zwar kein kompletter Western-Fan sein um das Buch zu lieben, sollte mit dem Genre generell aber schon etwas anfangen können. Denn alles was einen guten Western ausmacht, findet man auch in „Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick“. Von trostlosen Steppen über dreckige Western-Dörfer mit den üblichen Bestandteilen wie Tavernen, Trunkenbolde, Huren, Sherifs, Indianer und natürlich Banditen. Der Ton ist meist rau aber irgendwie doch immer herzlich und vor allem ehrlich. Konsequenzen sind bekannt und werden auch mit einer stoischen Ruhe hingenommen. So ärgert sich zwar auch der junge Willie, wie er nur durch einen falschen Blick von einem blutrünstigen Schlächter bis ans Ende der Welt verfolgt wird, macht aber dennoch das Beste daraus.

Erzählt wird aus der Ich-Perspektive und der Leser erfährt so hautnah, wie der junge, naive Willie Jackson zum bekannten Revolverhelden Deadwood Dick wächst. Man taucht ein in das Leben des damaligen „Wilden Westen“ und bekommt einen guten Einblick, wie es damals wohl so war. Insbesondere die Beziehung zwischen der schwarzen und weißen Bevölkerung nach der Sklavenbefreiung wird sehr deutlich. Ankreiden kann man dem Buch lediglich nur, dass der literarische Deadwood Dick mit dem tatsächlichen Deadwood Dick nicht viel gemeinsam hat. Wer also auf eine Art Biographie im Stile eines Abenteuerromans hofft, der wird enttäuscht. Sieht man davon aber mal ab, bekommt man mit „Das abenteuerliche Leben des Deadwood Dick“ einen absoluten empfehlenswerten Wildwestroman in dem man Tragik, Komik und selbst etwas Romantik gleichermaßen vorfindet.

Das Buch gibt es für 24,95 Euro bei deinem Buchhändler deines Vertrauens zu kaufen oder aber natürlich auch im Internet bei Amazon und Co. Eine Leseprobe der ersten 21 Seiten findet man unter https://www.klett-cotta.de/media/14/9783608501407.pdf In dieser bekommt man auch einen ersten Einblick, wie so der Stil des Romans ist.



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