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Wartburgfest im Jahre 1817
Das Wartburgfest war eine Studentenversammlung am 18. Oktober 1817. Auch nach 1817 gab es weitere Wartburg-Feste, in diesem Artikel soll aber lediglich das erste Wartburgfest im Jahre 1817 beleuchtet werden. Unter dem Vorwand einer Feier anlässlich des 300. Jahrestages des Thesenanschlags Martin Luthers (31. Oktober 1517) zogen die rund 500 Studenten (etwa ein Achtel der damaligen akademischen Jugend) auf die Wartburg in Eisenach. Tatsächlich ging es aber um viel mehr. Man protestierte/demonstrierte dort für eine staatsbürgerliche Freiheit und einer nationalen Einheit.
Ohne den Vorwand des Gedenkens des Thesenanschlages, hätte das Wartburgfest nie stattfinden können, da zu dieser Zeit das herrschende Versammlungsverbot solche Treffen verbot. Dennoch verlief das Wartburgfest zunächst friedlich. Es gab viele patriotische Reden, man sang und feierte. Am Abend jedoch kippte die Stimmung. Zwar hatten viele schon das Fest verlassen, dennoch schlug die Stimmung um. Auf einen Scheiterhaufen verbrannte die angeheizte Menge “Symbole der Unterdrückung”, aber auch “undeutsche” Bücher wurden in die Flammen geworfen.
Die Fürsten waren gewarnt. Durch den Verlauf des Wartburgfestes sahen sie den Vorzeichen einer Rebellion. Es musste aus ihrer Sicht eingeschritten werden, allerdings musste in dieser Sache sorgsam vorgegangen werden und sie mussten auf den richtigen Zeitpunkt warten. Dieser kam dann auch, als der Burschenschaftler Karl Ludwig Sand den als reaktionär und antideutsch bekannten Literaten August von Kotzebue ermordete. Die Reaktion der Fürsten waren die Karlsbader Beschlüsse, die die Urburschenschaft nicht nur verboten, sondern auch die Universitäten überwachen ließ und die Meinungsfreiheit durch eine rigorose Pressezensur beschränkte.
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