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Krisenzeit der Weimarer Republik

Kaum gab es die Weimarer Republik, schon steuerte sie in die erste große Krisenzeit, in der es mehrere bedeutende Ereignisse zwischen dem Jahr 1919 und 1923 gab. Einige dieser Krisen werden nachfolgend vorgestellt und erläutert.

1.) Der Versailler-Vertrag

Der Versailler-Vertrag ist auch unter der Bezeichnung: "Versailler-Friedensdiktat" bekannt. Und tatsächlich war dieser Vertrag, der den Frieden in Europa sichern sollte, für Deutschland ein Diktat. Der Versailler-Vertrag wurde am 7. Mai 1919 übergeben und beinhaltete nicht nur die Abtretung von Land und Bevölkerung, die Aufgabe der Kolonien, die Limitierung der Reichswehr, die Besetzung der Städte Köln, Mainz und Koblenz und die Entmilitarisierung eines fünfzig Kilometer breiten rechtsrheinischen Streifens samt linksrheinischen deutschen Gebiete, sondern auch den Artikel 231. Dieser Artikel wies Deutschland und seinen Verbündeten die alleinige Kriegsschuld zu, um so Reparationszahlungen juristisch abzusichern. Durch die Androhung eins Einmarsch der alliierten Truppen, blieb den Verantwortlichen der jungen Demokratie nichts anderes übrig, als den Versailler-Vertrag zu unterzeichnen. Die Unterzeichnung sorgte in der Bevölkerung für Unverständnis und Unmut. Auch noch Jahre später wird man den Vertretern der Weimarer Republik diesen Schritt vorwerfen.

Einen offensichtlichen Fehler machten die Verantwortlichen, als sie mit Matthias Erzberger einen "Zivilisten" den "Friedensvertrag" unterzeichnen ließen, statt darauf zu drängen, dass die Verantwortung das Militär in Person von Hindenburg oder Ludendorff übernahm. Dies bot nämlich Angriffsmöglichkeiten von rechten Gruppierungen und führte zur "Dolchstoßlegende".

2.) Kapp-Lüttwitz-Putsch - Rechte Bedrohung

Eine der Auswirkungen des Versailler-Vertrages war die Verminderung der deutschen Reichswehr, was unter anderem durch die Auflösung der Freikorps-Verbände bewerkstelligt werden sollte. Diesem Plan widersetzten sich der entlassene Reichswehrgeneral von Lüttwitz und Wolfgang Kapp, in dem sie den Unmut der Freikorps ausnutzen um Männer um sich zu scharen. Zwar weigerte sich die Reichswehrführung gegen den Putsch militärisch vorzugehen (Hans von Seeckt: „Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr“), durch den Aufruf zum Generalstreik durch SPD, USPD, KPD, DDP und den Gewerkschaften, konnte aber dennoch der Putsch niedergeschlagen werden. Am 17. März 1920 brach der Putsch zusammen, Kapp und Lüttwitz flohen ins Ausland.

3.) Ruhrkampf- Linke Bedrohung

Auch radikale Linke versuchten in der Anfangszeit der Weimarer Republik ihre Ziele umzusetzen. Unmittelbar nach dem Kapp-Lüttwitz-Putsch rief die KPD im Frühjahr 1920 im Ruhrgebiet zum Generalstreik auf. Etwa 50.000 Mann schlossen sich zur "Roten Ruhrarmee" zusammen um gegen die Reichsregierung vorzugehen. Diese reagierte mit der Entsendung von Reichswehrtruppen und Freikorpsverbände zur blutigen Niederschlagung der Revolte.

4.) Ruhrbesetzung - Alliierte marschieren ins Ruhrgebiet

Nachdem Deutschland im Jahr 1922 in Zahlungsrückstand bei den Reparationszahlungen gekommen ist, war dies für die Alliierten Grund genug um am 11. Januar 1923 mit einer französisch-belgischen Armee ins Ruhrgebiet einzumarschieren. Die Reichsregierung reagierte mit der kompletten Einstellung der Reparationszahlungen und forderte die Beamten im Ruhrgebiet auf, kein Befehl der Alliierten auszuführen und so passiver Widerstand zu leisten. Dies war aber nicht nur teuer, sondern versprach kein Erfolg, sodass Reichskanzler Gustav Stresemann im September 1923 die unpopuläre Entscheidung fällte, den Kampf abzubrechen.

5.) Hohe Reparationszahlungen

Zwar hatten im April 1921 die Alliierten ihre ursprüngliche fast doppelt so hohen Forderungen an Reparationszahlungen auf 132 Milliarden Goldmark gesenkt, dennoch lastete diese Schuld schwer auf die Weimarer Republik und führte letztendlich auch zur Inflation.

6.) Inflation

Mit den erheblichen Kosten für den passiven Kampf bei der Ruhrbesetzung und den enormen Reparationszahlungen, stieg die Inflation rasend an. Die Reichsbank musste immer mehr Geldscheine drucken und in den Umlauf bringen. Die Kriegsopfer mussten versorgt und die Kriegsanleihen zurückgezahlt werden. Ein US-Dollar war im August 1919 4,6 Millionen Mark wert.
Erst eine Währungsreform mit der Einführung der Übergangswährung "Rentenmark" (RM) und der anschließenden wieder goldgedeckte Reichsmark konnte die Inflation stoppen.

7.) Hitler-Ludendorff Putsch

Mit Unterstützung des Generals Ludendorffs von Bayern sah Adolf Hitler im Krisenjahr 1923 die Chance in Deutschland die Macht zu erringen. Als ihm aber die führende Männer der bayrischen Regierung am Abend des 8. November die Unterstützung versagten, versuchte er alleine mit seinen Anhängern am 9. November in einem Demonstrationszug durch München zu ziehen. Polizeikräfte stoppten den Zug gewaltsam und töteten bzw. verhaftete viele Putschisten. Hitler selbst wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, kam aber schon nach neun Monaten wieder frei.

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