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Investiturstreit

Der Investiturstreit war der Höhepunkt eines politischen Konfliktes im mittelalterlichen Europa zwischen geistlicher (Papst Gregor VII) und weltlicher Macht (König Heinrich IV) um die Amtseinsetzung von Geistlichen (Investitur).

Das die weltliche Macht Geistliche für ein Amt bestimmen konnten, sahen die Geistlichen natürlich nicht so gerne, bestand doch die Gefahr, dass Bewerber aufgrund ihrer Loyalität zum Landherren vorgezogen werden, anstatt das auf geistliche Bildung und charakterliche Eignung Wert gelegt wird. Da die Einsetzung in das geistliche Amt von Nicht-Geistlichen (Laien) vorgenommen wurde, sprach man auch von einer Laieninvestitur.

Ausgelöst wurde der Streit durch Heinrich IV., der im Jahr 1075 das Erzbistum Mailand mit einem von Papst Alexander II. exkommunizierten Erzbischof besetzen wollte. Anschließend folgten Gespräche zwischen Heinrich und Papst Gregor VII., da ein zweiter Erzbischof bestimmt wurde. Die Gespräche scheiterten und veranlassten den Papst, die Ratgeber des Königs zu verbannen. Zusätzlich drohte er Heinrich selbst mit einem Bann. Dieser war damit in seiner Königswürde angegriffen und reagierte auf dem Reichstag in Worms mit einem "Absageschreiben" an Gregor. Damit befahl er dem Papst sein Amt niederzulegen.

Der Papst reagierte promt und sprach seinerseits einen Bann gegen Heinrich aus. Der direkte Machtkampf hatte begonnen. Im Anblick einer drohenden Niederlage, musste Heinrich reagieren. Er nahm im Jahr 1077 den langen Weg von Speyer nach Canossa auf sich, um Papst Gregor VII zu bitten, ihn von dem Bann zu befreien, den er ihm aufgelegt hatte. Heute noch spricht man von dem "Gang nach Canossa" bei einem erniedrigenden Bittgang.

Papst Gregor VII. blieb nichts anderes übrig, als den Kirchenbann von Heinrich IV. zu lösen.

Eine gute Dokumentation rund um den Investiturstreit findet man in der Mediathek des ZDFs.

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