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Die beste aller möglichen Welten: Gottfried Wilhelm Leibniz in seiner Zeit Buchvorstellung

Die beste aller möglichen Welten - Gottfried Wilhelm Leibniz in seiner Zeit Buchvorstellung

Es gibt nicht viele historische Persönlichkeiten, die man ohne zu zögern im gleichen Atemzug, wie Leonardo da Vinci,  Isaac Newton, Alexander von Humboldt oder Johann Wolfgang von Goethe nennen kann. Gottfried Wilhelm Leibniz gehört definitiv dazu. Alles Universalgenies, die mit ihren ungewöhnlich vielseitigen Kenntnissen in verschiedenen Gebieten der Wissenschaften uns heute noch staunen lassen. Und doch assoziieren viele heute noch mit dem Namen Leibniz vor allem den berühmten Keks. Dabei ist gerade dieser Leibnizkeks ein Zeuge der vielseitigen Interessen von Gottfried Wilhelm Leibniz. Die Firma Bahlsen benannte nämlich 1891 ihren trockenen Butterkeks nach dem deutschen Universalgenie, da dieser sich zu seiner Zeit selbst über Backwaren Gedanken gemacht und Soldaten Zwieback als haltbaren Proviant empfohlen hatte. Dies ist nur einer von unzähligen Anekdoten über Gottfried Wilhelm Leibniz. Zwar findet man diese nicht im Buch: “Die beste aller möglichen Welten - Gottfried Wilhelm Leibniz in seiner Zeit”, dafür viele weitaus spannendere Einblicke in das Leben und Wirken von Gottfried Wilhelm Leibniz.

Keine typische Biografie

Wer bei “Die beste aller möglichen Welten - Gottfried Wilhelm Leibniz in seiner Zeit” an eine typische Biografie mit einer bloßen chronologischen Aneinanderreihung seiner Lebensdaten denkt, der irrt. So schaut man Leibniz nicht dabei über die Schulter, wie er von der Geburt an über seine Kindheit zu dem Universalgenie heranwächst, wie er heute in Erinnerung ist. Autor Michael Kempe hat sich anstatt des Abklappern der bekannten chronologischen Ereignisse, wie Geburt, Kindheit usw. viel mehr auf einschneidende Datumsangaben im Leben von Gottfried Wilhelm Leibniz konzentriert.

So beginnt das erste Kapitel beispielsweise mit dem 29. Oktober 1675. Leibniz ist hier bereits 29 Jahre alt und befindet sich in Paris. Es ist jener Tag an dem Leibniz das Integralzeichen (∫) erfindet, das noch Jahrhunderte später eine Vielzahl an Schüler quälen wird und heutzutage aus der höheren Mathematik nicht mehr wegzudenken ist.

Es folgen sechs weitere Tage aus dem Leben des Gottfried Wilhelm Leibniz. An jedem dieser Tage bringt Leibniz Gedanken auf Papier bzw. in die Welt, für die andere ein ganzes Leben brauchen würden. Und nicht immer bekommt er dabei gleich die Zustimmung, die er sich erhofft. Bei seiner Metaphysik, in der er die Welt als besten Staat oder beste Republik sieht, aus der sich später das Konzept von der “besten aller möglichen Welten” entwickelt, trifft er im Vorfeld beispielsweise auf heftigen intellektuellen Widerstand des Theologen und Philosophen Antoine Arnauld. Es ist spannend zu lesen, wie sich Leibniz weder von gegenläufigen Meinungen, noch von tatsächlichen Misserfolgen von seinem Weg hat abbringen lassen. Mit seinem fast schon naiven Optimismus das Leben zum besseren ändern zu wollen, wirken seine Werke bis heute noch in den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen nach.

Fazit

Michael Kempe wählt mit “Die beste aller möglichen Welten” einen erfrischenden Ansatz, bei dem man den Gelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen kann. Die episodische und teilweise fiktive Erzählung sorgt für einen leichten Lesefluss, ohne aber seine große Gedanken und den daraus resultierende Werke eine zu geringe Bedeutung zukommen zu lassen. Alleine dieser Ausschnitt der sieben Tage lässt den Leser mit voller Erstaunen zurück, was ein großer Geist Gottfried Wilhelm Leibniz war. So muss dennoch jedem klar sein, dass das komplette Wirken des Gottfried Wilhelm Leibniz mit diesem episodischen Ansatz nicht gerecht wird. Schließlich wurde Leibniz 70 Jahre alt, da können siebe Tage sicherlich keinen vollen Überblick über all seine Gedanken und auch Themen an den er zeitlebens gearbeitet haben abbilden. Das macht aber nichts, denn als Einstieg in das Leben des Universalgenies ist dieses Buch perfekt geeignet und jeder der danach hungrig auf mehr Leibniz ist, der kann diesen Hunger nicht nur mit einem der berühmten Kekse, sondern auch mit weiterer Spezialliteratur stillen.

Das Buch gibt es für rund 24 Euro im Buchladen um eurer Ecke oder natürlich auch im Internet, wie beispielsweise bei Amazon.de. Herausgegeben wird das Buch vom S. Fischer Verlag. Auf dessen offizielle Webseite zum Buch man auch eine Leseprobe.

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