Springe zum Inhalt

Wartburgfest: Heine Zitat zur Bücherverbrennung

Wenn es um das Wartburgfest geht, dann wird gerne auch das nachfolgende Zitat von Heinrich Heine eingestreut:

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende Menschen.”

Ein Satz der nicht nur als Prophezeiung zu den Bücherverbrennungen im Mai und Juni 1933 im nationalsozialistischen Deutschland und der anschließenden Vernichtung der Juden gesehen kann, sondern auch durchaus zum Wartburgfest passt. Schließlich wurde auch beim Wartburgfest Bücher verbrannt, die als "undeutsch" galten.

Dem ist aber nicht so. Das obere Zitat stammt nämlich aus Heinrich Heines Tragödie Almansor (1821, erschienen 1823). Darin wird mit dem Zitat aber nicht die Geschehnisse aus dem Wartburgfest thematisiert, sondern "eine Verbrennung des Korans während der Eroberung des spanischen Granada durch christliche Ritter unter dem inquisitorischen Kardinal Mateo Ximenes de Cisneros 1499/1500".

Heine selbst äußerte sich auch zu der Bücherverbrennung beim Wartburgfest. So sagte er:

»Auf der Wartburg krächzte die Vergangenheit ihren obskuren Rabengesang, und bei Fackellicht wurden Dummheiten gesagt und getan, die des blödsinnigsten Mittelalters würdig waren! (…) Auf der Wartburg herrschte jener beschränkte Teutomanismus, der viel von Liebe und Glaube greinte, dessen Liebe aber nichts anderes war als Haß des Fremden und dessen Glaube nur in der Unvernunft bestand, und der in seiner Unwissenheit nichts Besseres zu erfinden wußte als Bücher zu verbrennen! Ich sage Unwissenheit, denn in dieser Beziehung war jene frühere Opposition, die wir unter dem Namen »die Altdeutschen« kennen, noch großartiger als die neuere Opposition, obgleich diese nicht gar besonders durch Gelehrsamkeit glänzt. Eben derjenige, welcher das Bücherverbrennen auf der Wartburg in Vorschlag brachte, war auch zugleich das unwissendste Geschöpf, das je auf Erden turnte und altdeutsche Lesarten herausgab: wahrhaftig, dieses Subjekt hätte auch Bröders lateinische Grammatik ins Feuer werfen sollen!« (Heinrich Heine: Ludwig Börne. Eine Denkschrift. Viertes Buch, 1840)

Quellen: wikipedia

2 Gedanken zu „Wartburgfest: Heine Zitat zur Bücherverbrennung

  1. johanna

    es wird gar nicht gesagt was der grund dafür war, mit wem es etwas zu tun hat und welche bedeutung das wartburgfest für die zukunft hat... könnte man mal ausbessern..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*